Historie

Die Geschichte des Fischereivereines „Petri“ e.V. Allershausen.
Auszug aus der Vereinschronik

Die Keimzelle des Fischereivereines „Petri“ e.V. Allershausen bestand ursprünglich aus drei engagierten, tatendurstigen und wagemutigen Petrijüngern.
Es waren dies: Der Schlosser Josef Vogl aus Allershausen, Karl Frank, seines Zeichens Schuhmacher ebenfalls in Allershausen ansässig und der Kaufmann Johann Mayer aus München.

Diese Drei pachteten gemäß Pachtvertrag vom 3. November 1962 ab 1.Januar 1963 das Fischereirecht in der oberen Glonn ab der Gemeindegrenze Schlipps / Allershausen bis 28 Meter unterhalb des Wehres. Zu diesem Fischereirecht, gehörte auch der Mühlkanal vom Heinritziwehr bis 36 Meter unterhalb des Wehres. Die Verpächter waren zu dieser Zeit Josef und Maria Obermeier aus Allershausen.

Die eigentliche Vereinsgründung erfolgte am 7. April 1966 durch neun Gründungsmitglieder, die in der nachfolgenden „Ahnentafel“ fotografisch festgehalten sind. Von den übrigen Gründungsmitgliedern wurde Josef Vogl zum ersten 1. Vorstand des neu gegründeten Vereines auserkoren.

Unter dem Namen Angelsportverein „Petri“ e.V. Allershausen wurde der Verein dann am 27.11.1967 beim Amtsgericht Freising unter der Nr. 79 in das Vereinsregister eingetragen.

Schon im darauf folgenden Jahr 1967 wurde der Verein nach einigen Verzögerungen in den Sportfischerverband Oberbayern e.V. aufgenommen.

Die erste Weihnachtsfeier wurde am 15.12.1967 abgehalten.

Um eine bessere Bewirtschaftung der angepachteten Gewässer zu ermöglichen, wurden 1971 die bis dahin geführten, jährlichen Fanglisten durch Fangbücher ersetzt, die zugleich als offizielle Fangerlaubnis das heißt als Fischereierlaubnis fungieren sollten und dies heute noch tun.

Im Jahre 1972 wurde vom Verein der 1. Wanderpokal gestiftet, der jedes Jahr nach dem Königsfischen dem jeweiligen Fischerkönig überreicht wird und zwar so lange, bis ein und das selbe Vereinsmitglied diesen Pokal drei mal gewonnen hat, dann darf dieser Fischer den Zinnkrug behalten und es muss ein Neuer beschafft werden. Die dazugehörige und inzwischen stattlich angewachsene „Fischerkette“ wurde 1978 angeschafft, bleibt aber im Gegensatz zum Wanderpokal im Eigentum des Vereines.

Nachdem das Eintrittsalter für Jungfischer auf 12 Jahre abgesenkt worden war, wurde im April 1972 die schon lange geplante Jugendgruppe mit 9 Jugendlichen gegründet und zeitgleich die Jungfischerordnung in Kraft gesetzt.

Ebenfalls in 1972 bekam der Verein von der Gemeinde Allershausen die Genehmigung, auf dem zwischen der Glonn und der Amper gelegenen Grundstück, dem “ Amperspitz “ zweimal pro Jahr eine Veranstaltung (Fischerfest) abzuhalten. Eine damals beantragte, dauerhafte Verpachtung des Geländes an die Allershausener Fischer lehnte die Gemeinde ab.

1976 war es dann so weit, dass der Verein 10 Jahre bestand. Am 22.05.1976 wurde beim Fuchswirt in Allershausen ein großes Gründungsfest veranstaltet zu dem auch zahlreiche Gäste aus Politik, den einschlägigen Verbänden und natürlich auch viele Vereinsmitglieder erschienen waren. (Siehe Bildtafel).

Die erste große Aktion in der Vereinsgeschichte war die Planung und der Bau eines Gerätehauses, dem so genannten „Stadl“ im Jahre 1982. Diese Maßnahme war zwingend notwendig geworden, weil sich inzwischen eine Unmenge von Werkzeugen, Gerätschaften und sonstiges Vereinseigentum angesammelt hatte. Diese Dinge waren bis dahin bei den verschiedensten Vereinsmitgliedern verstreut gelagert. Um diesen Zustand zu beenden und alle, dem Verein gehörenden Gerätschaften zentral zu lagern und verfügbar zu machen, wurde der Stadl gebaut.

Im Jahr 1983 wird das vom langjährigen 1. Vorsitzenden und jetzigem Ehrenvorsitzenden, Heinrich Lehmeier entworfene und druckreif gestaltete Vereinsemblem erstmals verwendet. Es stellt die noch vorhandenen Reste der Amper- und Glonnauen, den Glonn-Fluss sowie die Allershausener Kirche dar und dient in hervorragender Weise dem Wiedererkennungswert des Vereins.

Das nächste Großprojekt des Vereines war der Kauf des „Reichweihers“ am 7.11.1987. Dieses idyllisch zwischen Allershausen und Nörting, an der Amper gelegene Fischwasser ist das erste Gewässer, das der Fischereiverein „Petri“ e.V. Allershausen käuflich erwerben und in seinen Besitz überführen konnte. Die Finanzierung dieses Projektes war nur möglich, weil die Vereinsführung die Mitgliederzahl in den vorangegangenen Jahren kontinuierlich vergrößert hatte und der amtierende 1. Vorstand, Heinrich Lehmeier dem Verein ein nicht unerhebliches Darlehen aus seiner Privatschatulle zur Verfügung gestellt hatte. In den Folgejahren konnte dann noch der angrenzende Altwassergürtel sowie zwei anliegende Grundstücke dazugekauft werden, sodass sich nunmehr der gesamte Komplex des „Vereinsgewässers“ wie es heute heißt im Eigentum des Vereines befindet.

Im Jahr 1991 jährte sich der Gründungstag des Vereines zum 25. Mal. Gemäß eines Beschlusses der Vorstandschaft sollte die Vereinskasse nicht durch eine große Feier belastet werden. Aus diesem Grund wurde am 7.04.1991 eine Mitgliederversammlung einberufen in der das viertel Jahrhundert, seit dem der Verein nun bestand, gewürdigt und gefeiert wurde. Der Höhepunkt dieser Veranstaltung war die Ehrung und Auszeichnung der noch lebenden und das Gedenken an die bereits verstorbenen Gründungsmitglieder.

Im Jahre 1998 wurde der Angelsportverein „Petri“ e.V. hauptsächlich aus folgendem Grund in Fischereiverein „Petri“ e.V. umbenannt: Bereits seit mehreren Jahren wurden die Fischer von den diversen Natur- und Tierschutzverbänden angegriffen, weil man sich einen „Sport“ daraus mache, Tiere (Fische) zu fangen. Um den Kritikern der Angelfischerei dieses Reizwort zu entziehen, entschloss sich der Verein zur Namensänderung, die aber aus Kostengründen erst 2009 ins Vereinsregister eingetragen wurde.

Ein weiteres Großereignis im Vereisgeschehen war im Jahre 2006 zu verzeichnen. Als bekannt wurde, dass der vom Verein seit Jahrzehnten gepachtete „Thalhausener Weiher“ zum Verkauf stand, machte sich der immer noch amtierende 1. Vorstand, Heinrich Lehmeier daran, das wunderschön gelegene und wohlbekannte Fischwasser für den Verein zu sichern. Es ist ihm gelungen, den „Eisweiher“, wie das Wasser von den Einheimischen auch genannt wird, in langwierigen Verhandlungen für den Verein zu kaufen und in dessen Eigentum zu überführen. Damit ist der Verein neben zahlreichen angepachteten Gewässern bereits Eigentümer von zwei herrlichen Fischwassern.

Im Frühjahr 2006 wurde bekannt, dass die Gemeinde Allershausen den „Allershausener See“ als Naherholungsmöglichkeit für die Bürger der Verwaltungsgemeinschaft Allershausen käuflich zu erwerben gedachte. Schon zu diesem Zeitpunkt bemühte sich der 1. Vorstand, H. Lehmeier darum, das Gewässer wenn und wann möglich von der Gemeinde zu pachten. Die Freude der Allershausener Fischer war groß, als sie Mitte 2007 der Presse entnehmen konnten, dass die Gemeinde Allershausen willens war das gegenüber dem Fuchsenweiher gelegene Fischwasser Ende 2009 an den ortsansässigen Fischereiverein „Petri“ e.V. zu verpachten.

Der zunächst letzte gravierende Einschnitt im Vereinsleben trat ein, als der 1. und der 2. Vorstand sowie der 1. Kassier nach 28 bzw. 21 Jahren Amtszeit bei der letzten, am 6. März 2008 anstehenden Neuwahl aus Alters- und Gesundheitsgründen nicht mehr zu Verfügung standen und somit eine neue Führungsspitze gewählt werden musste.

Abschließend kann festgestellt werden, dass der Verein seit seiner Entstehung sowohl an Mitgliedern als auch an Besitz und Vermögen kontinuierlich gewachsen ist. Ferner ist er seinen, in der Vereinssatzung festgeschriebenen, gemeinnützigen und sozialen Zielen in der Vergangenheit in vollem Umfang gerecht geworden und wird diese Ideale auch in Zukunft hochhalten.

Heinz Haumann
(Chronist)