Darf man während der nächtlichen Ausgangssperre ans Gewässer?              (akt. 05.05.2021)

In Landkreisen und kreisfreien Städten, in denen eine 7-Tage-Inzidenz von 100 überschritten wird, gilt von 22 Uhr bis 5 Uhr eine Ausgangssperre. Der Aufenthalt außerhalb einer Wohnung ist in dieser Zeit nur in begründeten Fällen gestattet. Das Angeln zählt in der Regel nicht dazu. Während der nächtlichen Ausgangssperre zwischen 22 Uhr und 5 Uhr ist das Angeln daher grundsätzlich verboten.

Die bundesrechtliche Regelung des § 28 b Abs. 1 Nr. 2 Buchst. g) des Infektionsschutzgesetzes (IfSG), wonach zwischen 22 und 24 Uhr die im Freien stattfindende allein ausgeübte körperliche Bewegung als Ausnahme von der nächtlichen Ausgangssperre zulässig ist, wird in Bayern zunächst bis 6. Juni 2021 nicht übernommen.

In Bayern bleibt es bis dahin bei der bisherigen landesrechtlichen Regelung der nächtlichen Ausgangssperre gemäß § 26 der 12. BayIfSMV. Es ist geplant, voraussichtlich ab dem 7. Juni 2021 für die nächtliche Ausgangssperre in Gebieten mit einer 7-Tage-Inzidenz größer 100 die bundesrechtliche Regelung des § 28 b Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 IfSG zu übernehmen.

Angeln und Gewässerbewirtschaftung sind grundsätzlich untertags auszuüben. Im Bereich der Fischerei ist gem. § 26 Satz 2 Nr. 6 der 12. BayIfSMV in folgenden Fällen auch während der nächtlichen Ausgangssperre ausnahmsweise der Aufenthalt außerhalb der Wohnung zulässig:

  • Sofern ausnahmsweise während der Nachtstunden zwingend notwendig, z. B. zur Vermeidung von Fischsterben, zur dazu erforderlichen Hege und Pflege des Gewässers und des Fischbestandes nach Art. 1 Abs. 2 des Bayerischen Fischereigesetzes (BayFiG).

 

  • Um nachtaktive Raubfische zu fangen, wie insbesondere Waller, soweit dies erforderlich ist, um die Verpflichtung und das Ziel der Hege (Art. 1 Abs. 2 BayFiG) zur Erhaltung und Förderung eines der Größe, Beschaffenheit und Ertragsfähigkeit des Gewässers angepassten artenreichen und gesunden Fischbestands sowie die Pflege und Sicherung standortgerechter Lebensgemeinschaften sicherzustellen.

 

  • Im Rahmen der Aufgaben als bestätigter Fischereiaufseher, d. h. um gem. Art. 72 BayFiG die Einhaltung von einschlägigen Rechtsvorschriften zu überwachen und Zuwiderhandlungen gegen diese Rechtsvorschriften festzustellen, zu verhüten, zu unterbinden und bei ihrer Verfolgung mitzuwirken, damit der Schutz und die Erhaltung der Fischbestände, die Pflege und Sicherung ihrer Lebensgrundlagen und die Regelung der Ausübung der Fischerei sichergestellt wird.

 

 

Zusatz vom Fischereiverein Petri e.V. Allershausen:

Laut Landesfischereiverband Bayern wurde diese Regelung (Wallerfischen) in Absprache mit dem Bayerischen  Landwirtschaftsministerium getroffen.

Nach Rücksprache mit dem LFV Bayern am 06. Mai 2021 ist aber darauf zu achten, dass die Vorgaben der Corona-Vorschriften unbedingt eingehalten werden müssen (es darf zu keiner Weise zu einer Gruppenbildung kommen – auch nicht zufällig).  

 Das Übernachten am Gewässer ist generell verboten! 

Jeder Fischer ist für sich selbst verantwortlich!!!

Diese Ausnahme kann in der Bevölkerung zu Neid und Missgunst führen, so dass u.U. eine Anzeige bei der Polizei erstattet wird.    Diese Erlaubnis sollte daher auf ein Mindestmaß in Anspruch genommen werden, ja bis auf weiteres darauf verzichtet werden.  

Ein Appell an unsere Fischer wäre, dass für die nächste Zeit auf ein Nachtfischen auf Waller verzichtet werden soll.

Wir dürfen froh sein, dass wir überhaupt unserer Leidenschaft nachgehen können.

Wenn Angler sich nicht an die gesetzlichen Bestimmungen und Vorgaben halten, werden alle Fischer in Bayern darunter leiden, d.h. unser Privileg zu fischen wird der jetzigen Pandemiezeit gestrichen.

 

Eine gute Infoquelle ist auch immer die Seite des Landwirtschaftsministeriums: https://www.stmelf.bayern.de/ministerium/241613/

Unter „Jagd, Angeln, Teichwirtschaft“ finden sich auch hier immer die geltenden Regeln.

             

Mit besten Grüßen und weiterhin ein kräftiges Petri Heil

Herbert Vogl                                                                                                                     1. Vorstand